Im Sommer steht die Stadt Salzburg ganz im Zeichen der Hochkultur. Doch auch in Sachen urbaner Lebensstil muss es sich nicht vor anderen Städten verstecken. Ein Streifzug zwischen Streetfood und Konzertbesuch am Geburtsort eines österreichischen Würstelstand-Originals: der Bosna.
Wer im Sommer durch die Salzburger Innenstadt flaniert, kommt irgendwann unweigerlich an dem kleinen Imbiss zwischen Getreidegasse und Universitätsplatz vorbei. Vor einem schmalen Fenster, aus dem es nach Wurst und Curry riecht, bildet sich regelmäßig eine Schlange, die man an einem solchen Ort nicht erwarten würde. Hier, im Stockhamer-Durchgang, wurde vor über 70 Jahren ein Klassiker erfunden, lange bevor das Wort Streetfood überhaupt existierte: die Bosna.
Die Kreation, die später auch die Wiener Würstelstände eroberte, entstand 1949, als der Bulgare Zanko Todoroff in einer kleinen Kammer nahe der Getreidegasse Würstel im getoasteten Weißbrot mit Zwiebeln, Petersilie und Curry servierte. Der Name geht laut Legende auf einen Zufall zurück. Der Schildermacher soll statt „Bosa“, einem traditionellen Erfrischungsgetränk vom Balkan, „Bosna“ verstanden haben.
Meist führt uns der Weg über die Gstättengasse zum Grünmarkt und von dort in die Getreidegasse. Ein Fixbesuch ist dabei der Balkan Grill, unser „Secret Spot“, wobei, so „secret“ ist er gar nicht mehr. Dass es hier Salzburgs beste Bosna gibt, scheint sich herumgesprochen zu haben, denn die Schlange ist lang, aber ein „Original“ ist das Warten wert.
Heute führt Fleischermeister Hans Walter den „Balkan-Grill“ in zweiter Generation weiter und produziert die Würste nach Familienrezept. Der kleine Stand hat unter Einheimischen, Touristen und Festspielbesuchern Kultstatus erreicht, ist aber längst nicht die einzige Adresse für Streetfood-Liebhaber in Salzburg. Gerade in der Festspielzeit ist ein schneller Imbiss zwischendurch auch ein willkommenes Kontrastprogramm zu Mozart, Hofmannsthal und Co.
Text: LJUBIŠA BUZIĆ


